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eGFR mittels Kreatinin

GFR-Messmethoden

Es gibt mehr als 50 verschiedene GFR-Messmethoden. Die GFR wird jedoch nur selten direkt bestimmt. Dazu muss den Betroffenen eine nicht im Körper vorhandene Substanz verabreicht und die Konzentrationsabnahme im Blutplasma mehrfach bestimmt werden.

Deshalb wird in der Regel nur eine einzige Bestimmung des „endogenen“ Kreatininwerts durchgeführt. Allerdings hängt der Wert nicht nur von der Clearance in der Niere ab, sondern auch von der Muskelmasse, der körperlichen Aktivität, dem Lebensalter und Geschlecht sowie der Ernährung.

CKD-EPI-Formel (empfohlene Methode)

Diese Formel wurde 2009 erstmals veröffentlicht, 2012 überarbeitet und berücksichtigt die Einflussgrößen Hautfarbe, Geschlecht und Kreatininbereiche. Wurde bislang die MDRD-Formel (Modification of Diet in Renal Disease) zur Berechnung der GFR verwendet, zeigen neue Daten, dass die sogenannte CKD-EPI-Formel, insbesondere im Grenzbereich von gesunder Funktion und beginnender Niereninsuffizienz, genauer ist.

CKD-EPI nutzt die gleichen Parameter wie die MDRD-Formel, schätzt die GFR jedoch in höheren GFR-Bereichen besser, da sie unterschiedliche Kreatininbereiche berücksichtigt und beim Serum-Kreatinin zwischen Frauen ( < / > 0.7 mg/dl) und Männern ( < / > 0.9 mg/dl) differenziert. In den Stadien 3 bis 5 ergibt sich jedoch kein wesentlicher Unterschied.

Bei allen GFR-Werten sollte generell die Berechnungsmethode des Labors angegeben werden, ebenso ein Hinweis auf die Normierung.

Zur Berechnung der eGFR mittels der CKD-EPI-Formel

 

MDRD-Formelserie (Formel 1 bis 4)

Diese Formeln wurden 1999 veröffentlicht und waren lange Zeit der Standard für die GFR-Schätzung aus dem Kreatinin. Durch weitere Laborwerte erhöht sich die Genauigkeit der Formel. Die MDRD-Formel gilt nur für Personen im Alter von 18 bis 70 Jahren. Die MDRD-Studie nennt weitere Personenkreise, für welche die Formeln nicht getestet sind:

  • Nierentransplantierte
  • Dialysepatienten
  • Schwangere
  • Diabetes-Patienten, die Insulin spritzen
  • Patienten mit weiteren schweren Krankheiten (Mehrfachdiagnose)

Die vereinfachte Formel (Formel 4) benötigt lediglich Kreatinin, Alter, Geschlecht und Hautfarbe. Die Genauigkeit der Schätzung erhöht sich mit zusätzlich verfügbaren Laborwerten wie Harnstoff im Serum (SHa/SHS), Eiweiß im Serum (SEiw), Albumin im Serum (SAlb) und Harnstoff im Urin (UHa). Seit Einführung der CKD-EPI-Formel werden die Formeln 1 bis 3 nur noch selten angewendet.

Bei Personen mit großer Muskelmasse oder Unterernährung ist die MDRD-Formel ungenau. Im Zweifel ist in diesen Fällen eine exakte Messung (z. B. durch 24h-Sammelurin) anzuwenden.

Zur Berechnung der eGFR mittels MDRD-Formel

 

Mayo-Klinik-Formel (Formel 5)

Diese Formel wurde 2004 veröffentlicht. Da bei der Entwicklung der Mayo-Klinik-Formel sowohl Personen mit normaler Nierenfunktion als auch Personen mit Niereninsuffizienz berücksichtigt wurden, sollte diese Formel angewendet werden, wenn die Diagnose noch nicht bekannt ist.

Zur Berechnung der eGFR mittels Mayo-Klinik-Formel

 

Cockcroft-Gault-Formel (Formel 6)

Diese Formel wurde bereits 1976 veröffentlicht. Sie wird zwar noch von einigen Laboren verwendet, wird aber in der Literatur nicht mehr empfohlen. Nachteilig ist, dass die Formel aus einer Auswertung von nur 249 Teilnehmern entstanden ist, die Labore das Körpergewicht benötigen und das Ergebnis nicht auf die Körperoberfläche normiert ist.

Zur Berechnung der eGFR mittels Cockcroft-Gault-Formel